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Beutel im Koffer

Am 24. November, zur ersten Münchner Kofferldult, gab es Beutel im Koffer. Die Waren sollten laut Koffermarkt-Regel aus einem “Vintage-Koffer” heraus verkauft werden. Ich hatte deswegen schon vor Wochen einen riesigen Koffer gebraucht gekauft. Außen sehr hässlich verklebt mit Aufklebern aus Schokoriegeln (Wilde Tiere 1+2) und rotem “Vorsicht Glas”-Klebeband. Scheußlich und nicht ablösbar. Innen ausgekleidet mit mit Schlangenlinien gemustertem grün-grauem Papier, an vielen Stellen aufgerissen, ein bisschen vermodert, schwer verstaubt. So stand der Koffer bis zum 23. November, 23.30 Uhr auf dem Schrank im Flur. Ich nähte die letzten Beutel für dem Markt fertig, dachte: “Jetzt nur noch in den Koffer dekorieren”, aber: Die Erinnerung hat eines beschönigt: Das marode Aussehen dieses Gepäckstückes. Ich saß im Flur am Fußboden, vor mir das Koffermonstrum und war erstmal ratlos. Koffer: Innen hässlich, viel zu tief und grün-grau-scheußlich.

Gerettet hat mich mein unerschöpfliches Lager an Zeug. weiße Plane in die richtige Größe geschnitten, Reißnägel aus dem Riesenglas mit Kleingruscht in die hölzerne Kofferumrandung und zacki, Koffer fertig und einigermaßen ansehlich. Gut.

Dann, Samstag früh, hin zum Hofbräukeller, dem Veranstaltungsort der Kofferldult. Gemütlich zwischen sieben machen– und WeihachtsWerkschau-Kolleginnen andischu, mymaki, mabotte und Birgit Breuer gings um 11 los. Mit einem Rumms. Nicht der Koffer krachte, sondern die Eingangstür zum Saal. So viele Besucher auf einen Schlag habe ich noch nie gesehen. Wir da hinter unseren Koffern waren fast froh, uns nicht vor den Tischen quetschen zu müssen. Halleluja, war das ein Rauschen.

Wir hatten dann Spass, den ganzen Tag lang, viele gute Gespräche, lustige Menschen, komische Menschen, ungeduldige Menschen und immer dieser Hunger auf Schweinebraten, der offensichtlich den ganzen Tag über in der Küche nebenan gekocht wurde.

Alle Fotos entstanden ein paar Minuten vor dem Rumms.