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Neues aus dem Beutelversum: Die Kastentasche

Es geht mir oft so, dass ich in einer Straßenbahn oder auf dem Fahrrad sitze, mit einem Ohr Musik höre und mit dem anderen meinen Sitznachbarn belausche, und dann eine Vision habe. Es erscheinen Hologramm-mäßig Gegenstände vor mir, die im dreidimensionalen Raum meinem Gegenüber vor der Nase herumtanzen. Taschen-Visionen.

So hatte ich letzte Woche die Vision einer an den Beinen gestreiften Tasche. Erst Diagonal und mit rot-und braun-Tönen, dann wieder ordentlich senkrecht gestreift (Der Teil des Gehirns, das für Visionen zuständig ist, weiß, dass ich ordentlich senkrecht viel lieber mag als diagonal) in der beliebten Kombi grün-weiß.

Visionen-geleitet arbeiteten die Näh-Hände in der krambeutel‘schen Werkstatt dann ganz alleine an der Erreichung des dreidimensionalen Bildes. Und so entstand die Reißverschluss-Kasten-Tasche.

Sie hat am Bauch ein verschließbares Fach, ist am Kopf vollkommen verschließbar und hat ein Innenleben aus schwarzem Denim mit Papier- und Handyfach. Ihr Bauch ist so dick, dass ein Ordner darin Platz findet, und eine Thermosflasche noch dazu.

Die Kastentasche und ich, wir fahren jetzt Straßenbahn, und freuen uns auf das nächste Hologramm im öffentlichen Nahverkehr.