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Reisen mit I

Morgens am Kleinhesseloher See, München, Englischer Garten

Heute morgen bin ich durch den Englischen Garten geradelt, mit Mütze und Helm auf dem Kopf und einem dicken Wollschal um den Hals. Denn es ist noch eiskalt in den Stunden vor 10 Uhr. Gerade als ich den Kleinhesseloher See passierte, tauchte hinter den Bäumen die Sonne auf. Sie glitzerte sich durch die Zweige, die Enten am Ufer schienen genauso begeistert wie ich und stimmten in mein Freudengeschrei ein: Kraaah kraaah! Ziel war die Botschaft von Iran auf der anderen Seite der Isar, dort lag nämlich mein Pass samt Visum abholfertig bereit. Acht Tage Arbeit noch, dann werde ich zum Flughafen fahren und am Abend des übernächsten Samstag in Teheran landen. Zusammen mit 3 Freunden werde ich für zwei Wochen durch den Iran reisen: von Teheran mit dem Nachtzug nach Shiraz, dann wieder in kleinen Etappen zurück nach Teheran. Durch Städte, Wüste, Ruinen, bunte Paläste und mit der Karawane unter dem Sternenhimmel. Noch gibt es diese romantischen Vorstellungen, und sollten sie nach der Reise vom schalen Geschmack von Hammelfett übertönt sein, werde ich das natürlich berichten!

Dieser erste Geschmack von Frühling heute morgen trug nicht gerade dazu bei, noch lange auf den Sommer warten zu wollen. Die Lappland-Tour letztes Jahr und die spätsommerliche Fahrradreise durch die Windparks Ostdeutschlands wirken immer noch nach und lassen mich innerliche “MEHR” schreien. So habe ich das Jahr der “Reisen mit I” eingeläutet. Denn höchstwahrscheinlich wird der Iran nicht das einzige I-Land meines Jahres 2015 bleiben. Nicht Italien, nicht Indonesien, nicht Island stehen auf dem Plan, sondern Indien. Zur Recherche quasi. Aber dazu ein andermal.

Zwischen den Ländern mit I wird es auch wieder öfter mal Neuigkeiten aus dem Beutelversum geben, denn das krambeutel-Leben liegt nicht brach. Der Beutel kümmert sich um das Tagesgeschäft und nimmt Anlauf für post-urlaubische Neuerungen.