Geschrieben am

Unterwegs in Stockholm: Nostalgie und Vorfreude

Stockholm / Fotos 2006/2007 Stefanie Ramb / krambeutel Deine Wunschtasche / www.krambeutel.de

Heute in zwei Wochen werde ich in ein Flugzeug steigen und in die Nacht fliegen. Zwei Stunden später werde ich landen, es wird nicht ganz dunkel sein, es wird dieses Licht in der Luft liegen, so ein Flimmern, ein klarer Wind, ein bisschen salzig. Ich werde meinen Koffer über Kopfsteinpflaster ziehen, das ich gut kenne, die Füße werden Wege gehen, über die ich nicht nachdenken muss, es wird sich anfühlen wie ein nach Hause kommen.

Morgen in zwei Wochen werde ich in einen Zug steigen, dann in noch einen, dann in noch einen, und dann werde ich in einem roten Haus aus Holz ankommen, dort werden sie warten, wir werden zusammen etwas essen, trinken, den Himmel sehen, dort werde ich bleiben für ein paar Tage.

Als ich vor ziemlich genau sieben Jahren sehr früh morgens zum Busbahnhof fuhr, mit Koffer, großem Rucksack, Nähmaschine als Gepäck, und dreißig Stunden später auf flimmernden Asphalt trat, war das alles noch anders. Da war diese Stadt noch fremd,ich war noch nicht abgeholt, noch nicht angefreundet, noch nicht vertraut, noch nicht Schwester. Sie wurde es schnell, die Sprache legte sich auf die Zunge, die Menschen ins Gemüt, die Wege unter die Füße wie diese Laufbänder am Flughafen.

Wir standen früh morgens auf, um im Winter die Sonne aufgehen zu sehen, hörten das Wasser unablässig an die Kaimauer platschen, badeten im Dezember im kalten salzigen Wasser, sahen die Sterne, entdeckten die alten Sofas im Wald, fuhren mit dem Rad durch die Dunkelheit, sahen haarige Kühe auf der großen Wiese vor dem Haus, diskutierten und kritisierten, lernten viel, waren frei, mochten das gern und mussten doch wieder zurück.

Mit großem Koffer, dem Rucksack, der Nähmaschine, von dort, wo es zu der Zeit viel dunkel und gleichzeitig mehr als hell war, dorthin, wo plötzlich alte Dinge ganz neu waren, die Lichter anders, vertraut, gemocht.

Zwei Gefühls-Heimaten, die eine immer da, die andere immer ersehnt, weit entfernt, selten besucht. Jetzt wieder, heute in zwei Wochen.

> kurz nach Sonnenaufgang, Norrmalm

> kurz nach Sonnenaufgang, Slussen

> kurz nach Sonnenaufgang mit Blick auf Södermalm

> Södermalm, weg von der Hornsgatan

> Sergels Torg nach dem Regen

> Wohnen

> Kiosk am Odenplan

> Södermalm, kurz nach dem Regen

> Sergels Torg, Kulturhuset

> Sergels Torg