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Urlaub bis 18. August

Schweden-Schwärmerei

Vor ziemlich genau fünf Jahren war ich das erste Mal allein auf Reisen. Ein paar Monate zuvor ging nach Jahren eine (Fern)Beziehung zu Ende, ich habe verstanden, dass es auch noch was anderes gibt als Pendeln und dazwischen viel Arbeiten und verbissen nach Zielen streben, die sich nicht als Herzensangelegenheit herausstellen. Ich hatte 15 Kilo Wohlstands- und Faulheits-Speck verloren, weil ich die plötzlich freie Zeit immer mehr mit Sport füllte, gemerkt habe, wie gut frisches Essen schmeckt und ich hatte große Lust, mit mir als Reisepartner zufrieden zu sein. Ein anderer war ja auch nicht da.

Also fuhr ich da hin, wo ich wußte, dass ich irgendwie wie zu Hause sein kann. Weitere gute fünf Jahre vorher bin ich vom Studieren aus Schweden zurück nach München gekommen, und ich hatte Schweden als den Ort im Kopf, wo ich das Gefühl hatte, dass Luft um mich weht. Die Zunge hat die Sprache nicht verlernt, die Landschaften waren mir vertraut, und ich fühlte mich gut bei der Vorstellung, dort oben mit mir klar zu kommen, wie es ja während des Studiums auch super funktioniert hat.
Nördlich des Polarkreises, bei ungewöhnlichen 30 Grad und Milliarden Mücken, zwischen Seen, Flüssen, Wäldern, Wasserfällen und flimmernden Schotterstraßen verliebte ich, die ich über Jahre so schnell lebte, dass ich kaum wahrnahm, was da am Autobahnrand passiert, mich in das Langsam sein, das Schauen, Abwarten, das Gehen, das „gute“ Erschöpfen, das Entdecken, das an dem Freuen, was halt da gerade ist.

Langsam sein

Da fing das irgendwie langsam an, das mit den Bergen, vor gerade mal fünf Jahren, fünf Jahre, in denen so viel passiert ist, und damit meine ich nicht das um mich rum, sondern das in mir drin, und das ist mit ein Grund, weshalb ich schon jetzt ganz hibbelig bin vor Vorfreude. Denn in den nächsten zwei Wochen werde ich mit vier tollen Frauen, die alle genauso wie ich die Natur als große Liebe haben, und die ich nicht kennen würde, wenn es dieses tolle aktive Leben der letzten fünf Jahre nicht gegeben hätte, dort oben in Lappland sein, und wir werden Schauen, Abwarten, Gehen, Erschöpfen, Langsam sein, Entdecken, uns an dem freuen, was gerade da ist. Und wenn es Regen ist, oder Nebel, oder Matsche, oder kein guter Zeltplatz, oder nasse Schuhe, oder brennende Sonne, oder Mücken, oder komische Menschen. Ich freue mich unheimlich darauf, mit denen unterwegs zu sein, die die gleiche große Liebe teilen, und ihnen meine andere Herzensheimat zu zeigen. Auch wenn der höchste Berg dort (nur) eine Zweitausend vorne stehen hat, wenn Mistviecher uns den Schlaf rauben werden, wenn uns der Porridge zum Hals raus hängt, die besten Zimtschnecken erschnuppere ich überall gegen den Wind. Versprochen!

Lange Schwärmereien, kurzer Sinn: Erst am 19. August werde ich wieder Beutelanfragen beantworten und Taschen nähen und verschicken. Bis dahin: genießt den Sommer! 

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1 Gedanke zu „Urlaub bis 18. August

  1. Hey toller Beitrag :D Welcher Beutel ist mit auf der Reise? Super schöne Bilder und toller Text :D Liebe Grüsse

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