weben: Ein neues Hobby?

Wer erinnert sich nicht an die unförmigen, knubbeligen Wandteppiche, Bucheinbände und Platzsets, die irgendwann mal im Handarbeitsunterricht entstanden sind? Stundenlanges hin- und herschlängeln eines Wollfadens auf dem Schulwebrahmen, mit Kettfäden, die sich ständig verzwirbelten und komischen Farbkombinationen.

Nachdem Mona, eine gute Freundin – sie ist für mich absolutes Vorbild von „einfach mal machen“ und dann dann wird’s ne Leidenschaft – sich Anfang 2022 so sehr ins Weben vernarrt hat, dass ein kleines Business draus wurde, habe ich meinen Webrahmen herausgekramt. Er stand erst mal ein paar Monate in der Ecke, hinterm Bügelbrett. Bis Mona zu Besuch kam. Sie hatte ihren Gatterkammwebrahmen dabei und so saßen wir uns einen Abend lang uns am Tisch gegenüber, an einem viel zu niedrigen Tisch, auf unbequemen Stühlen, mit steifen Rücken, und haben gewebt. Ein Webzimmer ist meine Werkstatt eindeutig nicht, aber neue Hobbys fördern, das kann es mit seinen unendlichen Bastelmaterial-Vorräten ganz gut.

Was mich bisher vom Wieder-Ausprobieren des Schulwebrahmens abgehalten hat, war, dass ich ungern Dinge herstelle, die vermeintlich zu nichts nützlich sind. Denn Platzsets und Bucheinbände brauche ich definitiv nicht. Aber in Monas Gesellschaft (und mit ihrem Web-Wissen) hats definitiv sauviel Spass gemacht – so viel, dass wir uns gleich fürs Frühjahr zu einem zweitägigen Web-Workshop angemeldet haben.

Das Gewebe dieses Abends ging mir dann die ganze Vorweihnachtszeit zwischen den Füßen um. Da schnitt ich es runter, vom Rahmen. Jetzt ists Teil einer Clutch, die auf jeden Fall erstmal keine Design-Gesellen bekommen wird. Denn einen Web-Abend habe ich erstmal nicht mehr geplant. Vielleicht kommt dann nach dem Workshop im April eine Fortsetzung, wer weiß?

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